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Im Fernsehen sieht man durch Zufall einen Hund, der in der Lage ist, Spielzeuge zu unterscheiden und sogar nach dem Ausschlußverfahren ein noch unbekanntes Spielzeug erkennt und apportiert. Die Familie ist begeistert und man überlegt sich, ob genau das der richtige Hund sei…

Ein hündischer Kommissar erbringt Leistungen, die sein Herrchen weit hinter ihm lassen…

Schwarze Punkte auf weißem Fell, dazu noch in hundertfacher Ausfertigung, sind so extrem süß, das muss man einfach haben…

Groß und mächtig springt die Bordeaux-Dogge durch das Haus; welche Freude….

So oder so ähnlich begann der qualvolle Abstieg der ein oder anderen Rasse hier bei uns in Deutschland. Warum Abstieg? Ganz einfach: Plötzlich ist eine Rasse modern und natürlich will nun jeder zweite, der in Betracht zieht, einen Hund haben zu wollen, genau einen Vertreter dieser oder jener Rasse erwerben. Natürlich entstehen hier Zuchtengpässe, die dazu führen, dass nicht mehr auf eine qualitativ hochwertige Zucht geachtet wird, sondern dass man das schnelle Geld, das die Zeit gerade anbietet, mitnimmt.

Das bedeutet aber halt auch, dass Hunde zur Zucht eingesetzt werden, die unter normalen Umständen nicht dafür in Frage gekommen wären.

Die letztendlich darunter Leidenden sind nicht nur die Hundefreunde, die dann kranke Hunde pflegen oder euthanasieren lassen müssen, sondern vor allem die armen Hunde selbst, die sich ihr Leben so ganz bestimmt nicht ausgesucht haben.

Und so ist es die wichtigste Entscheidung überhaupt, festzulegen, welchen Hund man haben will. Ich stelle Ihnen nun ein paar Fragen, die Sie für sich beantworten können, um zumindest bestimmte Hunderassen auszuschließen.

1. Wie viele Schafe haben Sie? Keines?

Na, dann sind Hütehunde, wie z.B. Border Collies oder Australian Shepherds nicht so ganz geeignet. Denn, um schon dem jungen Hund die Knochen mit Sportarten wie Agility zu ruinieren, braucht es keinen Hund, der selektiv zum Hüten gezüchtet wurde.

2. Wie oft gehen Sie zur Jagd? Niemals, weil ich kein Jäger bin!

Aha – und was bitte schön machen sie dann mit einem Weimaraner, Magyar Viszla oder Jagdterrier? Gut, man kann ihm das so beliebte Strom-Halsband umschnallen, um zu verhindern, dass er sich zum Jagen entfernt – allerdings hat man Jahrhunderte gebraucht, um die Hunde jagdlich so weit zu bringen, wie sie heute sind

3. Wie groß ist der Anteil Ihrer Herden, der unbeaufsichtigt vom Menschen auf der Weide lebt? Ach, ich habe doch keine Herde(n)!

Ooh, dann frage ich mich, was Sie mit einem Herdenschutzhund, wie dem Kangal oder Kuvasz, bei uns so treiben. Zum Dogdancing sind diese Rassen ausnahmslos nicht geeignet

4. Wie groß ist der umzäunte Auslauf für Ihren Hund? Na, ja ich habe einen Gartenanteil und das Tor dazu steht offen.

Ach so – und wieso wollen Sie sich dann für einen Windhund entscheiden, der laufen  m u s s  und dabei keine Rücksicht auf Ihren Wunsch nimmt, das eigene Terrain nicht zu verlassen?

5. Wie groß ist Ihre Wohnung? Ich lebe in der Stadt in einer Zwei-Zimmer-Wohnung mit schönem Ausblick aus dem 9. Stock!

Ah - ja, und genau deshalb haben Sie sich also für die Deutsche Dogge oder den Irish Wolfhound entschieden?

6. Wie groß wird der Hund voraussichtlich werden? 80 – 90 cm Widerrist und 75 Kilo schwer!

Beachten Sie: Sie sollten immer in der Lage sein, Ihren Hund zu tragen! Als Single-Dame mit 50 Kilogramm Gewicht wäre ein Vertreter der Groß- oder Riesenrassen alleine deshalb nicht geeignet; stellen Sie sich vor, Ihr Hund bricht aus irgend einem Grund zusammen und Sie können ihn nicht mal ins Auto heben…

Alleine diese sechs Fragen sollen Ihnen schon den Blick daraufhin öffnen, was denn wirklich wichtig ist, wenn Sie vor dem Rätsel "Hunderasse" sitzen. Nutzen Sie also die neuen Medien, um sich ausreichend zu informieren. Ich meine damit, dass Sie sich die Standards der einzelnen Rassen, die Ihnen gefallen, zu Gemüte führen sollen, dass sie Kontakt mit einigen Züchtern aufnehmen und Ihre Auswahl genau überdenken sollen.

Weniger hilfreich sind die Aussagen von irgendwelchen Mitgliedern in Hundeforen, denn diese sind immer rein subjektiv geprägt und damit kontraproduktiv.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors aus seinem Buch: "Dein ist mein ganzes Herz" von Alexander J. Probst